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Ehrenpromotionen

 
 
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die von der Theoretischen Physik der Universität Essen bis zum Jahr 2003 (dem Jahr der Fusion der Universitäten Duisburg und Essen)
und seit 2006 von der Theoretischen Physik der Universität Duisburg-Essen verliehen wurden.

Siegfried Großmann
Professor em. für Theoretische Physik an der Universität Marburg erhielt im Juli 2006 die Ehrendoktorwürde der Universität Duisburg-Essen für seine hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen insbesondere in der Theorie der Turbulenz und in der nichtlinearen Dynamik (Chaosforschung). Durch eine seiner Pionierleistungen ist er besonders mit der hiesigen Universität verbunden: Unter seiner Anleitung schrieb der Essener Professor Stefan Thomae seine Diplomarbeit 'über Wege ins Chaos', die später Berühmtheit erlangte.
Durch eine seiner Pionierleistungen ist er besonders mit der hiesigen Universität verbunden: Unter seiner Anleitung schrieb der Essener Professor Stefan Thomae seine Diplomarbeit Über Wege ins Chaos, die später Berühmtheit erlangte.
 
Siegfried Großmann gilt auch als ein bedeutender akademischer Lehrer. Viele seiner Schüler sind in brilliante Forscherkarrieren gestartet, einige bekleiden angesehene Professuren in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Großmanns Marburger Vorlesungen haben legendären Ruf. Seine mathematisch-physikalischen Lehrbücher haben Generationen von Studenten begleitet und erfahren viele Neuauflagen.
Vielfach gefragt ist Großmanns Rat bei wissenschaftlichen Zeitschriften, bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, beim Wissenschaftsrat und auch der Bundesregierung.
Für seine Erfolge als Forscher und sein allgemeinnütziges Engagement für die Wissenschaft wurde Siegfried Großmann oft geehrt. Im Jahr 1995 erhielt er die Max-Planck-Medaille, die höchstmögliche Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für theoretische Physiker. Ein Jahr später wurde ihm das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Physiker in Duisburg und Essen freuen sich darüber, den vielen früheren Auszeichnungen nun als ihr Bestes den Ehrendoktor ihrer Universität Duisburg-Essen folgen lassen zu dürfen. (Quelle: Prof. Dr. Fritz Haake)

 
Herbert Kroemer
Professor für Electrical Engineering and Materials an der University of California, Santa Barbara (UCSB), und Nobelpreisträger der Physik im Jahre 2000 erhielt im Juni 2006 im Fachbereich Physik der Universität Duisburg-Essen den Grad und die Würde eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber.
Mit der Verleihung der Ehrenpromotion ehrt die Universität einen Physiker, der sich durch seinen visionären Weitblick auszeichnet und durch sein tief greifendes physikalisches Verständnis, das weit über sein eigentliches Forschungsgebiet 'die theoretische Halbleiterphysik' hinausgeht. Seine bahnbrechenden Arbeiten waren mehrfach Ausgangspunkt für ganze Zweige der anwendungsorientierten Experimentalphysik, der Elektrotechnik und der Optoelektronik. So haben einige der technologischen Entwicklungen, die auf die Ideen von Prof. Kroemer zurückgehen, heute einen festen Platz in der Informationstechnologie (Satellitenkommunikation), bis hin zur Unterhaltungselektronik (CD- und DVD-player), gefunden.
(aus der Würdigung von Prof. Dr. Axel Lorke)

 
Roy J. Glauber
Professor an der Havard University Cambridge, MA, USA, erhielt 2005 den Nobelpreis für Physik. 1997 verlieh ihm die Universität Essen die Ehrendoktorwürde.
 
Aus der Pressemitteilung der Universität Essen
Die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Physik erhielt anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Universität Essen einer der Gründungsväter der Theoretischen Quantenoptik, Professor Roy J. Glauber von der Harvard University, Cambridge, Massachusetts, USA. Die Festveranstaltung im Großen Hörsaal der Universität war gleichzeitig Abschluß eines Internationalen Symposiums zur Quantenoptik, das die Essener Physiker zu Ehren Roy Glaubers am selben Tag ausgerichtet hatten.
Roy Glauber gehört zu den Gründervätern der modernen Theoretischen Physik. Bereits 1944 holte der damalige Leiter des Manhattanprojekts, J. Robert Oppenheimer, den neunzehnjährigen Studenten Glauber in seine Theorieabteilung nach Los Alamos. Nachdem er mit 24 Jahren in Harvard promoviert hatte, arbeitete er von 1949 bis 1951 u.a. als 'Postdoc' in Princeton und bei Wolfgang Pauli in Zürich. 1952 kehrte er nach Harvard zurück, wo er bis heute lehrt.
Anfang der 60er Jahre entwickelte Glauber dann Konzepte, deren Anwendung auf Experimente zur Wechselwirkung von Licht mit Atomen noch heute wachsende Bedeutung haben. Auch zum Verständnis von Phasenübergängen sowie von Stößen hochenergetischer Teilchen aus Großbeschleunigern gegen Atomkerne hat Glauber bahnbrechende Modellvorstellungen entwickelt.
Die Arbeiten Glaubers beeinflussen seit langem die Essener Forschung. Fast alles, was an theoretischer quantenoptischer Arbeit hier zur Zeit geleistet wird, steht in einer mehr oder weniger direkten Beziehung zur Arbeit Glaubers. Daneben gibt es auch seit langem eine persönlche Beziehung zu dem großen Physiker: 1970 und 1971 arbeitete Professor Dr. Fritz Haake, heute Sprecher des DFG Sonderforschungsbereichs 'Unordnung und große Fluktuationen', seinerseits als 'Postdoc' bei Roy Glauber.

 
Herbert Wagner,
Professor em. für Theoretische Physik der Ludwig Maximilian-Universität München und Ehrenmitglied des Arnold Sommerfeld Center München erhielt 1992 die Ehrendoktorwürde der Universität Essen.
 
Pressemitteilung der Universität Essen
Die Würde und den akademischen Grad eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber hat der Fachbereich Physik an Dr. Herbert Wagner, Professor für Theoretische Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, verliehen. Der Fachbereich würdigte damit die Leistungen eines Wissenschaftlers, der durch viele grundlegende Beiträge zur Theorie der kondensierten Materie und der statistischen Mechanik international großes Ansehen erlangt hat. Wagner zeichnet sich durch eine ungewöhnliche thematische Breite seines Schaffens und Wissens aus. Seine Erkenntnisse haben über die Festkörperphysik hinaus auch für die mathematische Physik und für die Elementarteilchenphysik Bedeutung.
Wagner hatte seine wissenschaftliche Karriere mit dem Physikstudium an der Technischen Hochschule München sowie an der Universität Hamburg begonnen. Nach fünfjähriger Arbeit als wissenschaftlicher Assistent wurde er 1964 in München promoviert und nahm im selben Jahr eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in München auf. Er arbeitete dort unter anderem mit Werner Heisenberg zusammen, einem der Begründer der Quantenmechanik. 1971 wurde Wagner zum Professor für Theoretische Physik an die Universität Köln und zum Direktor am Institut für Festkörperforschung des heutigen Forschungszentrums Jülich berufen. Den Ruf nach München erhielt er im Oktober 1986.


 
Hermann Haken
Professor em. der Universität Stuttgart, ein Pionier der Theorie des Lasers und Begründer der Synergetik erhielt 1982 die Ehrendoktorwürde der damaligen Universität Essen.
 
1976 wurde ihm der Max-Born-Preis und die Medaille des British Institute of Physics sowie die Max-Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft verliehen für seine herausragenden Beiträge zur Theorie der angeregten Zustände in Festkörpern und zur Quantenoptik, insbesondere der Lasertheorie. Das Franklin Institute, USA, ehrte ihn 1981 mit der Albert A. Michelson Medaille für Arbeiten zur Theorie des Lasers und seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Synergie. Er ist Ehrendoktor der Universität Madrid (1987), der Florida Atlantic University (1992) und der Unversität Regensburg (1994).

"Die von Haken geschaffene Synergetik ist nicht nur eine vielseitig anwendbare physikalische Theorie..., sondern eine neue Art der Weltbetrachtung". (Aus der Buchbesprechung der FAZ zu 'Synergetik, eine Einführung', Springer 1982)

 

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